Das Problem am politischen System ist das politische System selbst

Tritt man in das System bzw. einer Partei ein, bekommt man in ihr/ihm einen Platz zugewiesen. Den Platz eines Mitgliedes einer Partei. Man ist auf einmal nicht mehr X oder Y, sondern ist es organisiert. Das System zeigt einem Wege auf, seine eigene Position zu verbessern. Z.B. den Weg, in den Vorstand, des Orts- oder Kreisverbandes der Partei gewählt zu werden. Von nun an veränderte sich das Leben.

Die politischen Inhalte werden nebensächlich. Es geht jetzt um die Beschaffung von Mehrheiten. Dazu gehört das buckeln nach oben, zu Ranghöheren und das treten zur Seite und nach unten zu denjenigen, die einem den Platz streitig machen könnten. Wenn öffentliche Wahlen anstehen, nicht innerparteiliche, da man dort die Mehrheiten völlig politikfrei organisieren kann, wird sich wieder an die Politik erinnert, und irgend etwas Staatstragendes aus dem Hut gezaubert, in der Hoffnung es werde schon reichen. Die ersten Plätze auf Listen sind für die Gewinner, die dahinter um Mitglieder warm zu halten. Das ist das System. Es zieht sich vom Ortsverband einer Partei bis in die Parteiführung lückenlos durch. Das Ziel ist es nicht eine gute Politik zu machen, sondern eine möglichst günstigen Platz im System zu erreichen.

Solange das so funktioniert ist das System falsch. Unser Parteiensystem ist begründet auf die Weimarer Republik. Das ist 100 Jahre her und die Möglichkeiten für Demokratie sind heute ganz andere als früher. Wir haben heute die Möglichkeiten für direkte Demokratie, die früher schon aus logistischen Gründen nicht funktioniert hätten. Nur wenn man dieses System verändert gibt es den Menschen Zeit und Möglichkeit sich um die Politik zu kümmern und nicht um ihren Platz im System.